Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA nehmen weiter zu. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Bekayi, hat scharf auf die jüngsten Äußerungen des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, Michael Waltz, zum iranischen Atomprogramm reagiert. Bekayi betonte, dass der Iran sein Recht auf ein friedliches Atomprogramm nicht aufgeben werde: „Wir werden keine Nachlässigkeit in unserem Atomprogramm zeigen.“
Auf einer Pressekonferenz in Teheran unterstrich Bekayi die Entschlossenheit der iranischen Führung, an ihrer Atompolitik festzuhalten, und wies Forderungen nach einer Einschränkung des Programms zurück.
Spannungen um den Libanon und Syrien
Im Rahmen der Pressekonferenz nahm Bekayi auch Stellung zu den jüngsten Entwicklungen im Libanon. Die Entscheidung der libanesischen Regierung, iranischen Flugzeugen die Landung auf dem internationalen Flughafen Beirut-Rafic Hariri zu verweigern, kommentierte er mit den Worten: „Die beste Lösung muss zwischen dem Iran und dem Libanon im Einklang mit den gegenseitigen Interessen gefunden werden. Dritte Parteien sollten diese nicht beeinträchtigen.“ Er kündigte weitere Verhandlungen zu diesem Thema an und äußerte die Hoffnung auf eine „vernünftige Lösung“.
Zum Syrien-Konflikt bekräftigte Bekayi die unveränderte Position des Iran: „Die Zukunft Syriens muss vom syrischen Volk entschieden werden – frei von ausländischer Einmischung. Ein stabiles, sicheres und terrorismusfreies Syrien ist für die gesamte Region von Vorteil.“
Reaktion auf US-Sanktionen und Vermittlungsgerüchte
Scharfe Kritik äußerte Bekayi an der Entscheidung der US-Regierung unter Donald Trump, die Ausnahmeregelung für den irakischen Ölhandel mit dem Iran aufzuheben. „Der Iran wird jede Gelegenheit nutzen, um seine nationalen Interessen und die regionale Sicherheit zu gewährleisten. Die Einmischung Dritter kann die guten Beziehungen des Iran zu seinen Nachbarn nicht beeinträchtigen“, erklärte er.
Zu Spekulationen über eine mögliche Vermittlung Saudi-Arabiens zwischen Teheran und Washington äußerte sich Bekayi skeptisch: „Wir haben diese Behauptungen lediglich aus den Medien erfahren.“
Atomprogramm bleibt unantastbar
In Bezug auf die jüngsten Aussagen des US-Sicherheitsberaters Waltz bekräftigte der iranische Außenamtssprecher, dass der Iran seinen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag (NVV) nachkomme und sein Recht auf ein friedliches Atomprogramm nicht verhandelbar sei. „Als NVV-Mitglied hat der Iran das Recht auf ein friedliches Atomprogramm – und wir werden dabei keine Nachgiebigkeit zeigen“, stellte Bekayi klar.
Schärfere Worte gegen Israel
Bekayi ging auch auf die jüngsten Drohungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu gegen iranische Atomanlagen ein. „Solche Drohungen verstoßen gegen die Charta der Vereinten Nationen. Diejenigen, die Drohungen aussprechen, sollten auf internationaler Ebene zur Verantwortung gezogen werden“, forderte er. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich: „Kein Versuch gegen den Iran wird erfolgreich sein.“
Unterdessen hatte Michael Waltz am Sonntag bekräftigt, dass US-Präsident Donald Trump jede Möglichkeit einer iranischen Nuklearbewaffnung ausschließen wolle. „Der Iran darf niemals eine Atomwaffe haben“, erklärte Waltz und fügte hinzu, dass Trump nur dann für Verhandlungen mit dem Iran offen sei, wenn Teheran sein Atomprogramm vollständig aufgebe.
Mit diesen jüngsten Entwicklungen spitzen sich die geopolitischen Spannungen weiter zu – insbesondere in einer Region, die bereits von zahlreichen Konflikten geprägt ist.
von Asuman Babacan