Stuttgart, Baden‑Württemberg – In den vergangenen Monaten haben Ermittlungsbehörden im Raum Stuttgart verstärkt gegen illegale Tätigkeiten in der Gastronomie, bei Wett‑ und Spielbetrieben sowie in Shisha‑Bars und Kneipen ermittelt. Im Fokus stehen dabei unter anderem unerlaubtes Glücksspiel, Schwarzarbeit und damit verbundene Straftaten wie Steuerhinterziehung, Sozialversicherungsbetrug oder illegale Beschäftigung. Die Ermittlungen richten sich gegen Betreiber verschiedenster Nationalitäten, darunter auch türkisch‑stämmige Inhaber kleiner Gastronomie‑ und Freizeitbetriebe.
Große Polizeirazzien gegen illegales Glücksspiel
In Stuttgart‑Bad Cannstatt fanden Anfang Januar und Ende Januar 2026 mehrere Razzien und Durchsuchungen wegen unerlaubter Glücksspielveranstaltungen statt:
- In einer Gaststätte an der Brunnenstraße durchsuchten Polizeibeamte am 10. Januar 2026 eine Lokalität, in der rund 16 Personen beim Spielen an Tischen angetroffen wurden. Den Ermittlern zufolge standen Betreiber und Gäste im Verdacht, unerlaubte Glücksspiele veranstaltet bzw. betrieben zu haben. Dabei wurden rund 25.500 Euro Bargeld in der Gaststätte und weitere 5.000 Euro in der Wohnung des Betreibers beschlagnahmt.
- Etwa zwei Wochen später – am 28. Januar 2026 – deckte die Kriminalpolizei in einem anderen Objekt in Bad Cannstatt ein „wie ein Casino ausgestattetes Umfeld“ auf. Bei dieser Aktion beschlagnahmten die Ermittler mindestens 100.000 Euro Bargeld und Spielutensilien wie Jetons, Spieltische und Spielautomaten.
Solche illegalen Glücksspiele verstoßen klar gegen die deutschen Glücksspielgesetze, die staatliche Genehmigungen für derartige Veranstaltungen verlangen.
Schwarzarbeit und Zollkontrollen in Gastronomie und Shisha‑Bars
Neben illegalen Spielen werfen die Behörden vermehrt ein Auge auf Schwarzarbeit in der Gastronomie und verwandten Branchen:
Solche Maßnahmen zeigen, dass Schwarzarbeit in der Branche kein Einzelfall ist: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls prüft regelmäßig gastronomische Betriebe, Shisha‑Bars und auch Wettlokale in der Region. Dabei geht es häufig um soziale Mindeststandards, illegale Beschäftigung und Steuerverstöße.
Bereits im Herbst 2024 führten Ermittler des Hauptzollamts Stuttgart gemeinsam mit Polizei und Steuerbehörden Durchsuchungen bei einem Shisha‑Bar‑Betreiber und weiteren Objekten durch. Der Beschuldigte soll Beschäftigte außerhalb der offiziellen Lohnbuchhaltung beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen haben. Bei den Ermittlungen wurden unter anderem 550 Kilogramm unversteuerter Shisha‑Tabak, knapp 10.000 Euro Bargeld sowie diverse verbotene Gegenstände sichergestellt.
Hintergrund: Warum verstärkte Kontrollen?
Illegales Glücksspiel ist in Deutschland grundsätzlich verboten, wenn es nicht ausdrücklich staatlich genehmigt ist oder in lizenzierten Spielhallen stattfindet. Wer ohne Erlaubnis Poker‑ oder andere Spielrunden mit Geld veranstaltet, macht sich strafbar. Zudem bleibt bei Schwarzarbeit besonders in personalintensiven Branchen wie Gastronomie oder Shisha‑Bars regelmäßig Sozial‑ und Steuerbetrug unentdeckt, wenn nicht kontrolliert wird – ein Schwerpunkt der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Stuttgart.
Gerade in ethnisch vielfältigen Segmenten der Gastronomie zeigen die Ermittlungen, dass Betreiber versucht haben, soziale Abgaben zu umgehen oder zusätzliche Einnahmen über illegale Glücksspiele zu generieren. Diese Geschäfte stehen dabei nicht mehr nur am Rande des Rechts, sondern oft im direkten Widerspruch zu geltenden staatlichen Vorschriften.
