ESC 2026 eskaliert in Wien: Massive Proteste gegen Israel erschüttern das Finale

Pfiffe, Buhrufe und Protestschilder mitten in der Live-Show

Der 70. Eurovision Song Contest 2026 ist von massiven Protesten gegen die Teilnahme Israels überschattet worden. Während der israelische Sänger Noam Bettan seinen Beitrag „Michelle“ auf der Bühne der Wiener Stadthalle performte, kam es sowohl außerhalb als auch innerhalb der Halle zu lautstarken Demonstrationen.

Zuschauer in den Rängen pfiffen den Sänger aus, riefen politische Parolen und hielten Protestplakate in die Höhe. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen während der Live-Übertragung. Teilweise waren die Buhrufe selbst in der internationalen Fernsehübertragung deutlich hörbar.  

Security greift ein – Demonstranten werden aus der Halle geführt

Die Sicherheitskräfte der Veranstaltung hatten offenbar Mühe, die Situation unter Kontrolle zu halten. Laut internationalen Medienberichten mussten mehrere Personen aus der Wiener Stadthalle entfernt werden, nachdem sie die Performance des israelischen Beitrags lautstark gestört hatten.  

Nach Angaben des österreichischen Senders ORF und der Europäischen Rundfunkunion (EBU) hätten Demonstranten während des Auftritts „Stop the Genocide“ und „Free Palestine“ gerufen. Die Protestierenden befanden sich teilweise direkt in der Nähe der Saalmikrofone, wodurch die Zwischenrufe weltweit übertragen wurden.  

Auch außerhalb der Halle demonstrierten zahlreiche Menschen gegen die Teilnahme Israels am Wettbewerb. In mehreren Straßen rund um die Stadthalle kam es zu größeren Menschenansammlungen, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot.  

Fünf Länder boykottierten den Wettbewerb

Der diesjährige ESC gilt bereits jetzt als einer der politisch kontroversesten Wettbewerbe der vergangenen Jahrzehnte. Spanien, Irland, Island, Slowenien und die Niederlande boykottierten den Wettbewerb vollständig oder verzichteten auf eine aktive Teilnahme. Hintergrund ist die anhaltende Kritik am militärischen Vorgehen Israels im Gazastreifen.  

Die Europäische Rundfunkunion hielt dennoch an der Teilnahme Israels fest und verwies erneut auf die politische Neutralität des Wettbewerbs. Kritiker werfen der EBU dagegen Doppelmoral vor und verweisen auf den Ausschluss Russlands nach dem Angriff auf die Ukraine.  

Stimmung in der Halle zeitweise aufgeheizt

Mehrere internationale Medien beschrieben die Atmosphäre in Wien als „angespannt“ und „explosiv“. Besonders bei der Bekanntgabe der Zuschauerpunkte für Israel sollen erneut massive Buhrufe aus dem Publikum gekommen sein.  

Einige Besucher hielten Plakate mit politischen Botschaften hoch. Andere schwenkten palästinensische Fahnen. Laut Berichten musste die Security mehrfach eingreifen, um weitere Eskalationen zu verhindern.  

ESC immer stärker politisiert

Die Proteste in Wien zeigen erneut, wie stark der Eurovision Song Contest inzwischen von geopolitischen Konflikten beeinflusst wird. Bereits in den vergangenen Jahren hatte es Diskussionen über Israels Teilnahme gegeben. Schon beim ESC 2024 und 2025 waren Buhrufe gegen israelische Beiträge dokumentiert worden.  

Experten sprechen mittlerweile von einer tiefen Krise des Wettbewerbs. Der ESC, der jahrzehntelang als Symbol europäischer Unterhaltung und Völkerverständigung galt, wird zunehmend zum Schauplatz politischer Spannungen und gesellschaftlicher Konflikte.

Bulgarien gewinnt – Proteste dominieren dennoch die Schlagzeilen

Musikalisch gewann schließlich Dara mit dem Titel „Bangaranga“ für Bulgarien den Wettbewerb. Doch trotz des historischen ersten ESC-Siegs Bulgariens dominierten weltweit vor allem die Proteste gegen Israel die Berichterstattung.  

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