Bundeskanzler Friedrich Merz hat zur Eröffnung der ILA Berlin 2026 die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung vorgestellt. Im Mittelpunkt seiner Rede standen die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts Deutschland, die Zukunft von Airbus, neue Technologien in der Luft- und Raumfahrt sowie Investitionen in Verteidigung und Innovation.
Bundesregierung verabschiedet neue Luftfahrtstrategie
Zum Auftakt der ILA Berlin 2026 erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass das Bundeskabinett am selben Morgen die neue Luftfahrtstrategie beschlossen habe. Die bisherige Strategie stammte aus dem Jahr 2014.
Ziel der neuen Strategie sei es, Deutschland als starken Luftfahrtstandort zu sichern und weiterzuentwickeln sowie Europas führende Rolle in der internationalen Luftfahrt zu stärken. Dabei würden zivile Luftfahrt, Luftfahrtindustrie und militärische Luftfahrt gemeinsam betrachtet.
Luft- und Raumfahrt als Schlüsselindustrie
Merz bezeichnete die Luft- und Raumfahrt als strategische Schlüsselbranche für Deutschland und Europa. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen verzeichne die Branche Rekordumsätze und steigende Beschäftigungszahlen.
Die Erfolge der Unternehmen seien vor allem das Ergebnis von Innovationskraft und technologischer Entwicklung. Innovation bedeute zugleich Souveränität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Unterstützung für Airbus und den Industriestandort Deutschland
Besonders hob der Bundeskanzler die Bedeutung von Airbus hervor. Die A320-Familie stehe für moderne Technologie, hohe Treibstoffeffizienz und industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa.
Merz sprach sich dafür aus, dass das nächste europäische Single-Aisle-Flugzeug mit Programmverantwortung in Deutschland entwickelt werde. Die Bundesregierung wolle die Erfolgsgeschichte von Airbus fortschreiben und weiterhin auf Luftfahrtforschung sowie Hightech-Innovationen setzen.
Digitalisierung und klimafreundliche Luftfahrt
Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist die Transformation der Luftfahrt. Merz verwies auf Digitalisierung, nachhaltige Flugkraftstoffe, emissionsarme Technologien sowie elektrische und wasserstoffbasierte Antriebssysteme.
Die Luftfahrtindustrie sei eine Innovations- und Wachstumsbranche mit erheblichen Zukunftschancen. Nach aktuellen Prognosen werde sich das weltweite Luftverkehrsaufkommen bis 2050 verdoppeln. In den kommenden zwei Jahrzehnten würden weltweit mehr als 40.000 neue Flugzeuge benötigt.
Entlastungen für die Luftverkehrswirtschaft
Der Bundeskanzler kündigte zudem Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland an.
Dazu gehören unter anderem Anpassungen bei regulatorischen Vorgaben, Entlastungen bei Gebühren sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Branche. Insgesamt soll das Maßnahmenpaket die Luftverkehrswirtschaft um rund 500 Millionen Euro entlasten.
Luft- und Raumfahrt als Teil der Sicherheitsstrategie
Merz betonte, dass die Luft- und Raumfahrtindustrie nicht nur wirtschaftliche Bedeutung habe, sondern auch ein zentraler Bestandteil der deutschen und europäischen Sicherheitsarchitektur sei.
Deutschland werde weiter in Schlüsseltechnologien investieren und die Verteidigungsfähigkeit Europas stärken. Dabei verwies der Kanzler auf bestehende europäische Kooperationsprojekte sowie auf die Bedeutung moderner Luft- und Raumfahrtsysteme für die Landes- und Bündnisverteidigung.
Drohnentechnologie gewinnt an Bedeutung
In seiner Rede hob Merz auch die Bedeutung unbemannter Systeme hervor. Deutschland verfüge über innovative Unternehmen im Bereich der Drohnentechnologie, darunter Quantum Systems.
Die Bundesregierung wolle diese technologischen Fähigkeiten künftig noch stärker fördern und für zivile wie sicherheitspolitische Anwendungen nutzbar machen.
Europa setzt auf eigene Raumfahrtkapazitäten
Großen Raum nahm auch das Thema Raumfahrt ein. Merz unterstrich die Notwendigkeit, dass Europa eigene Startkapazitäten für Satelliten und Trägerraketen aufbaut.
Nach seinem Besuch des Andøya Spaceport im März zeigte sich der Bundeskanzler optimistisch, dass europäische Raumfahrtunternehmen in naher Zukunft weitere erfolgreiche Raketenstarts durchführen werden.
Dabei verwies er unter anderem auf die deutschen Unternehmen Rocket Factory Augsburg und HyImpulse.
Optimistischer Ausblick für die Branche
Zum Abschluss seiner Rede bezeichnete Merz die ILA 2026 als Symbol für Innovationskraft, technologische Leistungsfähigkeit und Zukunftsoptimismus. Deutschland wolle auch künftig zu den führenden Luft- und Raumfahrtnationen der Welt gehören und die Entwicklung neuer Technologien aktiv mitgestalten.
Quelle : Medya Berlin
