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17 Cent weniger – aber ist das wirklich eine Entlastung?

Berlin – Bund und Länder haben sich auf einen neuen Tankrabatt verständigt. Doch die angekündigte Entlastung von rund 17 Cent pro Liter wirft eine entscheidende Frage auf: Wie groß ist die Entlastung tatsächlich, wenn die Ausgangspreise bereits extrem hoch sind?

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erklärte am Freitagabend, die Bürger würden die Entlastung schnell an den Tankstellen merken. Die Energiesteuer soll zunächst um 14 Cent pro Liter gesenkt werden. Zusammen mit dem Effekt bei der Mehrwertsteuer sollen daraus rund 17 Cent Entlastung je Liter werden. (tagesschau.de⁠)

Doch genau hier beginnt die Kritik.

Liegt Super E10 beispielsweise bei 2,35 Euro, kostet der Liter nach vollständiger Weitergabe des Rabatts rechnerisch immer noch etwa 2,18 Euro. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung bedeutet das eine Ersparnis von 8,50 Euro – gleichzeitig kostet die Tankfüllung weiterhin rund 109 Euro.

Von früheren Spritpreisen weit entfernt

Ein Blick zurück zeigt die Dimension: Im April 2021 kostete Super E10 bundesweit zeitweise durchschnittlich rund 1,46 Euro pro Liter. Anfang 2021 waren sogar Preise um 1,35 Euro zu beobachten. Im Jahr 2020 lag der Jahresdurchschnitt lediglich bei rund 1,26 Euro. (ADAC Presse⁠)

Damit wird deutlich: Ein Tankrabatt von 17 Cent kann Autofahrer kurzfristig entlasten, bringt Deutschland aber keineswegs zurück zu den Preisniveaus früherer Jahre.

Wer heute 2,35 Euro bezahlt und anschließend 2,18 Euro zahlt, spart zwar Geld – zahlt aber gegenüber einem früheren Preis von 1,46 Euro weiterhin 72 Cent mehr pro Liter. Bei 50 Litern sind das 36 Euro Mehrbelastung pro Tankfüllung.

Klingbeils Aussage greift deshalb zu kurz

Wenn Klingbeil davon spricht, dass die Bürger die Entlastung deutlich merken würden, ist das rechnerisch richtig – allerdings nur im Vergleich zum derzeit außergewöhnlich hohen Preisniveau.

Politisch entscheidender dürfte für viele Autofahrer eine andere Frage sein: Warum sind Kraftstoffpreise überhaupt so weit gestiegen, dass selbst nach einer staatlichen Entlastung von 17 Cent noch mehr als zwei Euro pro Liter möglich sind?

Der Tankrabatt bekämpft zunächst einen Teil der aktuellen Belastung, nicht aber automatisch deren Ursachen.

Hinzu kommt ein bekanntes Problem: Entscheidend ist, ob die Steuersenkung tatsächlich vollständig bei den Autofahrern ankommt oder ob sich gleichzeitig die Margen und Marktpreise verändern. Genau deshalb will die Bundesregierung zusätzlich einen Preisdeckel vorbereiten und außergewöhnliche Gewinne der Mineralölkonzerne stärker ins Visier nehmen. (tagesschau.de⁠)

Entlastung ja – Rückkehr zu günstigen Preisen nein

Der Tankrabatt dürfte für Pendler und Vielfahrer durchaus spürbar sein. Von den Kraftstoffpreisen früherer Jahre bleibt Deutschland damit jedoch weit entfernt.

17 Cent weniger klingen zunächst nach einer deutlichen Entlastung. Bei einem Ausgangspreis von 2,35 Euro bleiben aber immer noch 2,18 Euro übrig.

Damit bleibt die zentrale Frage bestehen: Reicht ein zeitlich begrenzter Tankrabatt aus – oder müsste die Bundesregierung grundsätzlich stärker gegen dauerhaft hohe Energie- und Kraftstoffkosten vorgehen?

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