Stuttgart, 24. Oktober 2026. Mehrere Hundert Menschen haben am Samstagnachmittag in der Stuttgarter Innenstadt unter dem Motto „Free the Ulm 5“ demonstriert. Im Mittelpunkt standen die Solidarität mit Palästina und die Forderung nach Freilassung von fünf inhaftierten Aktivisten. Die Polizei zählte 600 bis 700 Teilnehmende, die Veranstalter sprachen von rund 1.000 Menschen. Während der Demonstration wurde auch Pyrotechnik gezündet.
Versammlung am Schlossplatz
Aufgerufen worden war zur Demonstration ab 15 Uhr auf dem Schlossplatz. Zu den Unterstützern gehörten Palästina-solidarische Initiativen, Antikriegsgruppen und die Partei Die Linke. Der Protest richtete sich gegen deutsche Rüstungsgeschäfte mit Israel und gegen die aus Sicht der Unterstützer unverhältnismäßige Behandlung der „Ulm5“.
Nach der für diesen Bericht übermittelten Vor-Ort-Schilderung waren gegen 16 Uhr zahlreiche Demonstrierende und ein auffälliges Polizeiaufgebot zu sehen. Beobachtet wurden demnach neben palästinensischen auch kurdische Flaggen.
Pyrotechnik und Berichte über einzelne Auseinandersetzungen
Das Zünden von Pyrotechnik ist bestätigt. Gleichzeitig bezeichnete ein Polizeisprecher den Verlauf der Demonstration als „weitestgehend friedlich“.
Die vorliegende Vor-Ort-Schilderung berichtet darüber hinaus von einzelnen kleineren Auseinandersetzungen, Festnahmen sowie aufsteigenden Feuerwerksraketen und geworfenen Feuerwerkskörpern. Diese Einzelheiten ließen sich zum Recherchezeitpunkt nicht unabhängig bestätigen. Auch für die Schätzung von etwa 500 Polizisten und den Einsatz von Spezialeinheiten liegt bislang keine belastbare Bestätigung vor.
Warum die „Ulm5“ im Mittelpunkt stehen
Der Protest bezog sich auf fünf Angeklagte, denen ein Angriff auf den Standort des israelischen Rüstungsunternehmens Elbit Systems in Ulm im September 2025 vorgeworfen wird. Sie sollen in das Unternehmen eingedrungen sein und dort erheblichen Sachschaden verursacht haben.
Das Verfahren läuft in Stuttgart-Stammheim. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Ihre Unterstützer stellen die Aktion in den Zusammenhang des Gaza-Krieges und kritisieren insbesondere die lange Untersuchungshaft.
Unterschiedliche Gruppen im Demonstrationszug
In der Demonstration kamen Menschen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen zusammen. Neben der Solidarität mit Palästina standen Kritik an Rüstungsexporten und Forderungen nach Freilassung der Angeklagten im Vordergrund.
Die weitergehende Behauptung, es seien zahlreiche Linksextremisten aus Stuttgart-Süd anwesend gewesen, ließ sich nicht unabhängig belegen. Sichtbare Fahnen oder die Teilnahme an einer Demonstration allein erlauben keine verlässliche Einstufung als extremistisch.

