
Russland behauptete, „die Spur der Ukraine“ bei der Inszenierung des Anschlags auf die Moskauer Konzerthalle Ende März entdeckt zu haben, der 144 Todesopfer und über 550 Verletzte forderte. Verteidigungsminister Sergey Shoygu führte auf dringendes Ersuchen der französischen Seite ein Telefongespräch mit seinem französischen Amtskollegen Sebastien Lecornu. Während des Gesprächs sprach Lecornu sein Beileid für den Anschlag auf das Krokus-Rathaus am 22. März aus, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.
Bewaffnete Männer eröffneten das Feuer auf das Krokus-Rathaus in Krasnogorsk (Gebiet Moskau), wobei mindestens 144 Menschen getötet und über 550 verletzt wurden. Russland hat vier Personen festgenommen und wegen ihrer direkten Beteiligung angeklagt, ebenso wie sieben weitere.
Der französische Verteidigungsminister versuchte jedoch hartnäckig zu behaupten, dass die Ukraine und westliche Länder nicht in den Terroranschlag verwickelt seien, und machte stattdessen den Islamischen Staat (Daesh/ISIS) verantwortlich, heißt es in der Erklärung.
Shoygu bekräftigte jedoch, dass die Untersuchung des Anschlags gründlich sein werde und dass alle Verantwortlichen mit Konsequenzen rechnen müssten.
„Das Kiewer Regime tut nichts ohne die Zustimmung der westlichen Kuratoren. Wir vertrauen darauf, dass in diesem Fall die französischen Spezialdienste nicht involviert sind“, wurde der russische Verteidigungsminister in der Erklärung zitiert.
Schoigu warnte auch davor, dass die Entsendung französischer Truppen in die Ukraine Komplikationen für Paris mit sich bringen würde, und bekräftigte Moskaus Bereitschaft zu Friedensgesprächen mit Kiew, wobei er die Istanbuler Friedensinitiative als möglichen Ausgangspunkt vorschlug.
„Die Ausgangspunkte könnten sich auf die Istanbuler Friedensinitiative stützen“, heißt es in der Erklärung weiter.
„Ohne die Beteiligung Russlands wäre es sinnlos, ein Treffen in Genf abzuhalten“, heißt es in der Erklärung, die sich auf einen globalen Friedensgipfel über die 10-Stufen-Friedensformel des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyy bezieht, der noch in diesem Jahr in der Schweiz stattfinden soll.
von Klaus Augental