
Die EU-Außenminister wollen am Montag in Brüssel den Beginn einer neuen Militäroperation zur Sicherung des Seehandels im Nahen Osten genehmigen. Die Operation mit dem Namen ‚Aspides‘ gilt als besonders gefährlich im Vergleich zu anderen laufenden Missionen.
Hauptziel der Operation ist es, Handelsschiffe vor Angriffen der militanten islamistischen Houthi-Rebellen aus dem Jemen zu schützen. Nach dem beispiellosen Massaker, das die islamistische Hamas am 7. Oktober in Israel verübte, will die Miliz die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen stoppen, indem sie Schiffe ins Visier nimmt.
Die europäischen Kriegsschiffe werden vor allem im südlichen Roten Meer und in der Meerenge von Bab al-Mandab patrouillieren. Sie werden Handelsschiffe begleiten und erforderlichenfalls auf Angriffe reagieren. Das Mandat legt strenge Grenzen für den Einsatz von Waffen fest und verlangt, dass die Schutzmaßnahmen „unter voller Beachtung des Völkerrechts, einschließlich der Grundsätze der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit“ durchgeführt werden. Eine offensive Verfolgung der Houthi-Boote ist nicht erlaubt.
Die Bundesregierung will für den bewaffneten Einsatz die 143 Meter lange Fregatte „Hessen“ einsetzen, sofern der Bundestag an diesem Freitag zustimmt. Das Schiff, das am 8. Februar aus Wilhelmshaven ausgelaufen ist, ist mit Flugabwehrraketen ausgerüstet und speziell für Geleitschutz und Seeüberwachung ausgelegt. An Bord befinden sich rund 240 Soldaten.
Nach Angaben der Bundeswehr kann das Spezialradar einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen. Die Waffensysteme können Ziele in bis zu 160 Kilometern Entfernung bekämpfen. Außerdem will Deutschland Personal für das Hauptquartier der Operation in Larisa, Griechenland, sowie Hubschrauber zur Verfügung stellen.
Da die Houthi-Rebellen in der Vergangenheit nicht gezögert haben, Kriegsschiffe anzugreifen, gilt die Operation „Aspides“ als relativ riskant. Marineoberinspekteur Jan Christian Kaack sagte zum Auslaufen der Fregatte „Hessen“: „Das ist der schwerste Einsatz eines deutschen Marineverbandes seit vielen Jahrzehnten. Die Risiken werden jedoch als überschaubar angesehen. Es gibt keinen Verband in der Deutschen Marine, der dafür besser vorbereitet, ausgebildet und ausgerüstet ist“, so Kaack weiter.
Die Houthi-Miliz hat es seit Wochen auf Handelsschiffe im Roten Meer abgesehen. Während Frachtschiffe zwischen Asien und Europa einen Umweg um Afrika machen könnten, ist die Route entlang der jemenitischen Küste die mit Abstand kürzeste. Die alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika ist mehrere tausend Kilometer länger, was zu höheren Transportkosten und Lieferverzögerungen führt.
von Dilek Poyraz