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Mexikos meistgesuchter Drogenboss „El Mencho“ bei Militäroperation getötet

Bei einer großangelegten Militäroperation im Bundesstaat Jalisco ist der meistgesuchte Drogenboss Mexikos, Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, ums Leben gekommen. Das teilte das mexikanische Verteidigungsministerium mit.

Demnach wurde der Anführer des Jalisco New Generation Cartel (CJNG) bei einem Einsatz in Tapalpa schwer verletzt. Ziel der Operation sei es gewesen, ihn lebend festzunehmen. Während eines bewaffneten Zusammenstoßes erlitt er jedoch schwere Verletzungen und starb auf dem Weg in ein Krankenhaus in Mexiko-Stadt. Zur offiziellen Identifizierung seien eine Autopsie sowie forensische Untersuchungen angeordnet worden.

Gefechte mit Kartellmitgliedern

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bei dem Einsatz vier mutmaßliche Kartellmitglieder getötet und zwei weitere festgenommen. Drei Soldaten seien verletzt und zur medizinischen Notfallversorgung nach Mexiko-Stadt gebracht worden.

Mexikanischen Medien zufolge kam es während der von US-Geheimdiensten unterstützten Operation zu heftigen Gefechten, nachdem Sicherheitskräfte von Mitgliedern der kriminellen Organisation angegriffen worden waren. In der Region beschlagnahmten Bundeskräfte ein umfangreiches Waffenarsenal, darunter gepanzerte Fahrzeuge, schwere Waffen mit hoher Feuerkraft sowie Raketenwerfer, die in der Lage sind, gepanzerte Fahrzeuge zu zerstören und Flugzeuge abzuschießen.

Angesichts der eskalierenden Gewalt wurden zusätzliche Armeeeinheiten in mehrere Bundesstaaten entsandt, insbesondere nach Jalisco.

Straßenblockaden und Brandstiftungen

Nach dem Einsatz kam es in Jalisco sowie in weiteren Bundesstaaten zu zahlreichen Straßenblockaden und Brandanschlägen auf Fahrzeuge und Geschäfte. Beobachter gehen davon aus, dass es sich dabei um Vergeltungsaktionen des Kartells handelte. Die Gewaltlage verschärfte sich in mehreren Regionen des Landes deutlich.

Präsidentin Sheinbaum ruft zur Besonnenheit auf

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Auf der Social-Media-Plattform X erklärte sie, das öffentliche Leben verlaufe in weiten Teilen des Landes weiterhin normal. Die Bundesregierung stehe in enger Abstimmung mit den Landesregierungen.

„Das Verteidigungsministerium, die mexikanische Armee und die Nationalgarde haben heute Morgen eine Operation durchgeführt, die zu verschiedenen Straßenblockaden und anderen Reaktionen geführt hat. Wir arbeiten eng mit allen Landesregierungen zusammen. Bitte bleiben Sie informiert und bewahren Sie Ruhe“, erklärte Sheinbaum. Zugleich sprach sie dem Militär, der Nationalgarde und dem Sicherheitskabinett ihre Anerkennung aus.

Die Regierung arbeite unermüdlich daran, Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Wohlstand im Land zu gewährleisten, so die Präsidentin weiter.

USA bestätigen Unterstützung

Auch aus Washington kam eine Stellungnahme. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, die USA hätten Mexiko bei der Operation mit Informationen unterstützt. Sie lobte die enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden beider Länder.

El Mencho sei aufgrund seiner zentralen Rolle im Fentanyl-Schmuggel ein „hochrangiges Ziel“ gewesen. US-Präsident Donald Trump habe das CJNG bereits zuvor als ausländische Terrororganisation bezeichnet.

Die US-Regierung hatte eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme oder Verurteilung von Oseguera Cervantes führen.

Internationale Reisehinweise und Flugausfälle

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen riefen mehrere Länder ihre Staatsbürger in Mexiko zur Vorsicht auf.

Die US-Botschaft forderte amerikanische Bürger auf, angesichts von Sicherheitsoperationen, kriminellen Aktivitäten und Straßensperren möglichst an ihrem Aufenthaltsort zu bleiben. Obwohl die Flughäfen geöffnet blieben, kam es zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr. Besonders betroffen waren die Städte Guadalajara und Puerto Vallarta.

Auch die kanadische Regierung mahnte zu „äußerster Vorsicht“ bei Reisen nach Mexiko. Sie verwies auf gewalttätige Vorfälle in den Bundesstaaten Jalisco, Guerrero und Sinaloa, darunter Straßenblockaden und Brandstiftungen. Die Sicherheitslage könne sich rasch weiter verschlechtern.

Die indische Botschaft in Mexiko rief ihre Staatsbürger ebenfalls dazu auf, ihre Bewegungen einzuschränken und vorsichtig zu sein. Frankreich empfahl seinen Bürgern, Gebiete mit bewaffneten Auseinandersetzungen – insbesondere Guadalajara, Puerto Vallarta und Tapalpa – zu meiden und nicht notwendige Reisen zu verschieben.

Mehrere Fluggesellschaften reagierten mit vorübergehenden Flugstreichungen. Air Canada setzte ihre Flüge nach Puerto Vallarta zeitweise aus. Auch die US-Fluggesellschaften United AirlinesSouthwest Airlines und American Airlinesstrichen Flüge nach Puerto Vallarta, Guadalajara und Mazatlán.

CJNG als Terrororganisation eingestuft

Die US-Regierung wirft El Mencho vor, in Mexiko ein „Terrorregime“ geführt und durch den Handel mit Fentanyl unzählige Menschenleben zerstört zu haben. Das CJNG gilt als eines der mächtigsten Drogenkartelle des Landes und wurde von Washington im vergangenen Jahr als Terrororganisation eingestuft.

Die Entwicklungen rund um die Tötung des Kartellchefs verschärfen die ohnehin angespannte Sicherheitslage in mehreren mexikanischen Bundesstaaten weiter.

von: Fred Coldson

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