Welt

Internationale Empörung über Trumps Gaza-Plan

Ein Sturm der Kritik entfacht sich

Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die Reaktionen auf Donald Trumps umstrittene Äußerungen über den Gazastreifen. Seine Pläne, das Gebiet unter US-Kontrolle zu stellen und die palästinensische Bevölkerung umzusiedeln, lösten weltweit Entrüstung aus.

Hamas: „Ein Rezept für Chaos“

Die erste entschiedene Gegenreaktion kam aus dem Gazastreifen selbst. Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri verurteilte Trumps Aussagen scharf und erklärte: „Dies ist nichts anderes als ein Rezept für Chaos und wachsende Spannungen in der Region.“ Er unterstrich, dass die Menschen in Gaza nicht zulassen würden, dass ein derartiger Plan Realität wird: „Was geschehen sollte, ist nicht die Vertreibung unseres Volkes, sondern das Ende der Besatzung und der Aggression gegen uns.“

Auch Izzat al-Rishk, Mitglied des Politbüros der Hamas, wies Trumps Vorstoß entschieden zurück: „Unser Volk hat den Versuchen, es unter Bombenhagel zu vertreiben, seit über 15 Monaten widerstanden. Die Palästinenser sind tief in ihrem Land verwurzelt. Niemand wird sie entwurzeln können.“

Saudi-Arabien weist Trumps Vorschlag zurück

Auch aus Saudi-Arabien kam scharfe Kritik. Das Außenministerium bekräftigte seine Unterstützung für einen unabhängigen palästinensischen Staat und verwies auf die klare Haltung von Kronprinz Mohammed bin Salman. „Diese Position wurde sowohl in seiner Rede vor dem Schura-Rat am 18. September 2024 als auch auf dem außerordentlichen arabisch-islamischen Gipfeltreffen am 11. November 2024 in Riad bekräftigt.“

Der Kronprinz habe betont, dass die Bemühungen um die Errichtung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt fortgesetzt werden müssten. In der Erklärung erinnerte das Königreich zudem an den dringenden Appell Mohammed bin Salmans an die internationale Gemeinschaft, Palästina offiziell anzuerkennen und sich für die Rechte der Palästinenser einzusetzen.

China stellt sich gegen den Gaza-Plan

Auch China erteilte Trumps Vision eine klare Absage. Peking stellte unmissverständlich klar, dass es sich für eine palästinensische Regierung „in Palästina“ einsetze und Trumps Idee einer US-Übernahme des Gazastreifens als inakzeptabel betrachte.

UN und USA: „Das ist ethnische Säuberung“

Von den Vereinten Nationen kam scharfe Kritik. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete Trumps Umsiedlungspläne als nichts anderes als eine „ethnische Säuberung“.

Auch innerhalb der USA stieß Trump auf entschiedenen Widerstand. Der demokratische Senator Chris Murphy machte auf X (ehemals Twitter) seinem Ärger Luft: „Er hat völlig den Verstand verloren. Eine US-Invasion in Gaza? Das wäre der Auftakt zu einem jahrzehntelangen Krieg und würde tausende amerikanische Soldaten das Leben kosten. Das ist kein Plan – das ist Wahnsinn.“

Noch deutlicher wurde die palästinensisch-amerikanische Kongressabgeordnete Rashida Tlaib: „Trump ruft offen zur ethnischen Säuberung auf – und das, während er neben einem völkermordenden Kriegsverbrecher sitzt.“

„Ich werde Kriege beenden“ – Die Kritik aus dem US-Kongress

Auch Eric Swalwell, Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses, ließ kein gutes Haar an Trumps Aussagen: „Uns wurde versprochen, keine endlosen Kriege mehr zu führen. Und jetzt? Wollen wir nach Grönland, Kanada, den Panamakanal und Gaza einmarschieren? Das ist grotesk.“

Europa stellt sich entschieden gegen Trump

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock wählte deutliche Worte, als sie Trumps Gaza-Pläne verurteilte: „Der Gazastreifen gehört zu den Palästinensern – genau wie das Westjordanland und Ostjerusalem. Diese Gebiete bilden das Fundament eines zukünftigen palästinensischen Staates. Eine Vertreibung der Bevölkerung wäre nicht nur moralisch inakzeptabel, sondern auch ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht.“

Sie betonte, dass „eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung die einzige Möglichkeit ist, um Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde zu ermöglichen.“ Die Europäische Union, die G7-Staaten und die Vereinten Nationen hätten von Beginn an klargemacht, dass es keine dauerhafte Besatzung des Gazastreifens geben dürfe.

Auch das französische Außenministerium schloss sich dieser Haltung an. Eine erzwungene Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung, so Paris, würde nicht nur den Frieden gefährden, sondern die gesamte Region weiter destabilisieren.

Moskau: „Ein Verstoß gegen das Völkerrecht“

Auch aus Russland kam deutlicher Widerspruch. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow stellte klar: „Unsere Position zur Beilegung des Nahostkonflikts ist unverändert: Die Lösung liegt in einem Zwei-Staaten-Modell. Diese Prinzipien sind in UN-Resolutionen verankert und werden von vielen Ländern weltweit unterstützt. Trumps Plan steht im Widerspruch zu diesen Grundsätzen.“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow fügte hinzu: „Die Kultur der internationalen Rechtsstaatlichkeit wird hier schlichtweg ignoriert.“

von: Fred Coldson

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"