
Berlin – Wenige Tage vor der Bundestagswahl am 23. Februar haben Mitglieder des Vereins Kulturtreff Berlin in der deutschen Hauptstadt zu einer bewussten und friedensorientierten Wahlentscheidung aufgerufen. In einer Pressekonferenz richteten sie sowohl an die türkische Gemeinschaft in Deutschland als auch an die gesamte Wählerschaft eine eindringliche Botschaft: Friedensfördernde Politik müsse gestärkt, pro-NATO-Parteien hingegen kritisch hinterfragt werden.
Mit Transparenten wie „Keine Stimme für die Handlanger der NATO! Frieden für Europa jetzt!“ machten die Teilnehmer ihre Position deutlich. Deniz Yıldırım, der im Namen des Vereins sprach, betonte die politische Brisanz dieser Wahl und appellierte an die türkische Gemeinschaft, ihre Stimme gezielt einzusetzen.
„Die türkische Gemeinschaft sollte ihre Stimme nutzen“
Yıldırım forderte eine aktive politische Teilhabe der türkischen Gemeinde in Deutschland:
„Wir laden alle Mitglieder der türkischen Gemeinschaft in Deutschland ein, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Unsere Präsenz hier, unsere Sprache und unsere kulturelle Identität sollten wir mitgestalten. Deshalb ist es entscheidend, unsere Werte und Interessen bei der Stimmabgabe zu berücksichtigen.“
Angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa rief er dazu auf, sich klar gegen Kriegspolitik zu positionieren:
„Wir, die hier lebende türkische Gemeinschaft, sollten uns für Deutschlands eigene Interessen einsetzen – für Frieden statt Krieg, für Koexistenz statt Fremdenfeindlichkeit. Gleichzeitig müssen wir gemeinsam gegen wachsenden Rassismus und Diskriminierung kämpfen.“
„Alternative Parteien gewinnen an Bedeutung“
Yıldırım kritisierte, dass weder die aktuellen Regierungsparteien noch die Hauptopposition Lösungen für die Anliegen der türkischen Gemeinschaft in Deutschland bieten würden. Stattdessen würden bei dieser Wahl alternative Parteien, die sich außerhalb des etablierten politischen Systems bewegen, zunehmend in den Fokus rücken.
„Bei unserer politischen Entscheidung sollten wir Parteien unterstützen, die gegen die NATO, gegen die US-Politik der Unterdrückung und für Frieden sowie Stabilität in Europa eintreten. Es ist wichtig, politische Organisationen zu stärken, die sich für die Interessen der Türkei, für Frieden im Nahen Osten und für ein humanes Leben in Eurasien einsetzen.“
„Die türkische Gemeinde muss sich besser organisieren“
Emre Ünver, ebenfalls Vertreter des Kulturtreffs Berlin, betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung innerhalb der türkischen Gemeinschaft. Er hob hervor, dass sich der Verein insbesondere für die junge Generation engagieren wolle:
„Wir möchten gezielt Projekte für Jugendliche und Kinder entwickeln. Es ist an der Zeit, die Desorganisation innerhalb der türkischen Gemeinde in Berlin zu überwinden und eine stärkere Gemeinschaft zu formen.“
Darüber hinaus wolle der Verein neu zugewanderte Türkeistämmige beim Anpassungsprozess in Deutschland unterstützen. „Wir haben unseren Verein gerade gegründet und laden alle Interessierten ein, gemeinsam aktiv zu werden.“
„Für Frieden und Zusammenleben in Europa“
Die Mitglieder des Kulturtreffs Berlin machten in ihrer Erklärung deutlich, dass sie sich für eine Politik einsetzen, die den Frieden und das Zusammenleben in Europa stärkt. Sie appellierten an die türkische Gemeinschaft in Deutschland, ihre Wahlentscheidung bewusst zu treffen und sich aktiv für die Stabilität Europas einzusetzen.
„Wir rufen alle Wahlberechtigten auf, ihre Stimme abzugeben – nicht nur für sich selbst, sondern für eine friedliche und gerechte Zukunft.“
von Mustafa Eksi