Gaza

Zahl der Todesopfer im Gazastreifen auf über 72.000 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer infolge der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen seit Oktober 2023 ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auf 72.073 gestiegen. Insgesamt seien 171.749 Menschen verletzt worden.

In einer schriftlichen Mitteilung veröffentlichte das Ministerium die aktuellen Opferzahlen. Demnach wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden ein Toter sowie acht Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert.

Seit Inkrafttreten eines Waffenstillstands am 10. Oktober 2025 seien bei weiteren Angriffen 615 Menschen getötet, 1.651 verletzt und 726 Leichen aus den Trümmern geborgen worden. Nach Angaben der Behörden werden weiterhin Tausende Tote unter den Trümmern vermutet.


Olivenbäume im Westjordanland gefällt

Augenzeugenberichten zufolge kam es im Gebiet Merec Seya zwischen den Dörfern Mugayyir und Abu Falah im zentralen Westjordanland zu einem Übergriff durch israelische Siedler. Dabei seien rund 20 Olivenbäume gefällt worden.

Zeugen erklärten, der Vorfall sei Teil einer Reihe von Angriffen auf palästinensische Bewohner und deren Eigentum in der Region. Immer wieder kämen es zu Überfällen auf Dörfer im besetzten Westjordanland, bei denen Häuser, landwirtschaftliche Flächen, Ernten und Fahrzeuge beschädigt würden.

Nach Angaben des sogenannten Rates zur Bekämpfung der Trennmauer und der Siedlungen wurden allein im Januar insgesamt 1.872 Angriffe durch die israelische Armee sowie israelische Siedler registriert.


Mindestens neun Festnahmen bei Razzien

Die israelische Armee führte zudem Razzien im besetzten Westjordanland durch und nahm dabei nach palästinensischen Angaben mindestens neun Personen fest.

Wie das Medienbüro für palästinensische Gefangene mitteilte, durchsuchten israelische Streitkräfte Häuser in Ramallah, al-Bireh, Nablus, Hebron (al-Chalil) und Bethlehem und nahmen die Betroffenen fest.

Auch in der Ortschaft Ya’bad im Norden des Westjordanlandes, nahe Jenin, kam es zu Einsätzen. Ein Anwohner, Raid Abu Bakr, erklärte, israelische Streitkräfte hätten die Stadt von mehreren Seiten aus durchsucht und zahlreiche Personen festgenommen. Zudem sei der örtliche Veranstaltungssaal vorübergehend als Verhör- und Haftzentrum genutzt worden.

Eine Stellungnahme der israelischen Armee lag zunächst nicht vor.

Seit Beginn der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen im Oktober 2023 haben nach palästinensischen Angaben Razzien, Verhaftungen, Tötungen, Hauszerstörungen, Zwangsvertreibungen und Siedlungsaktivitäten im Westjordanland und in Ostjerusalem deutlich zugenommen.

Offiziellen palästinensischen Quellen zufolge seien in diesem Zeitraum mindestens 1.116 Palästinenser getötet, mehr als 11.500 verletzt und über 22.000 Personen festgenommen worden.


Hamas warnt vor Eskalation in Gefängnissen

Ein Vertreter der HamasMahmud Merdawi, äußerte sich in einer schriftlichen Erklärung zur Lage palästinensischer Gefangener in israelischen Haftanstalten, insbesondere im Negev-Gefängnis im Süden Israels.

Merdawi warf der israelischen Regierung vor, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um den Willen der Gefangenen zu brechen. Während des Ramadan habe die medizinische Vernachlässigung zugenommen; grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung und Wasser seien teilweise eingeschränkt worden.

Er machte Israel für mögliche Folgen dieser Entwicklung verantwortlich, insbesondere für das Wohlergehen kranker und älterer Gefangener. Zugleich warnte er vor einer möglichen „Explosion“ in den Gefängnissen.

„Repressive Maßnahmen werden die Gefangenen nicht unterwerfen, sondern ihre Entschlossenheit nur stärken“, erklärte Merdawi. Er rief Palästinenser in Jerusalem und im Westjordanland sowie die islamische Welt dazu auf, Demonstrationen und Solidaritätsaktionen zur Unterstützung der Gefangenen zu organisieren.

von: Julia Arndt

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