
Stuttgart/Berlin, 27. Februar 2026 – Nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März steht Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir im Zentrum der landesweiten politischen Debatte. Während er mit seiner Kampagne um die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann wirbt, sorgt insbesondere der Umgang mit parlamentarischer Transparenz und bürokratischen Berichtspflichten für Diskussionen.
Konflikt um Transparenz-Initiative
In politischen Kreisen war zuletzt ein Vorschlag zur Reduzierung bzw. Vereinfachung bürokratischer Berichtspflichten im Landtag diskutiert worden. Kritiker aus der Opposition – insbesondere aus Unions- und FDP-Kreisen – haben diesen Vorschlag als „überfrachtet“ kritisiert, während Befürworter mehr Effizienz in parlamentarischen Abläufen fordern.
Nach einer namentlichen Abstimmung im Landtag wurde einer entsprechenden Initiative der Grünen Fraktion nicht zugestimmt. In den Sitzungen der vergangenen Woche, so Beobachter, seien Anträge zur Entbürokratisierung und zu Berichtspflichten wiederholt nicht mehrheitsfähig gewesen – auch wenn sie parteiübergreifend diskutiert wurden. Eine direkte Verknüpfung mit der Person Özdemirs als Bundespolitiker lässt sich aus den offiziellen Abstimmungsergebnissen nicht ableiten, da es sich um landesspezifische Regularien handelt. (Konkrete Protokolle und Ergebnisse zur Landesparlamentssitzung sind noch nicht öffentlich online einsehbar.)
Wahlkampf: Persönlichkeitswahl und Parteizugehörigkeit
In zentralen Wahlkampfauftritten hebt Özdemir hervor, dass er gemeinsam mit den Grünen für einen pragmatischen Kurs eintritt – etwa beim Bürokratieabbau und bei wirtschaftlichen Fragen. Daten aus aktuellen Umfragen zeigen, dass die Grünen im Land deutlich aufgeholt haben und bei 27 % der Stimmen liegen, nur einen Punkt hinter der CDU. Dieser Trend wird von Politolog:innen zum Teil mit dem starken Persönlichkeits-Bonus Özdemirs erklärt, der in Umfragen bei der Direktwahl zum Ministerpräsidenten deutlich beliebter ist als der CDU-Kandidat.
In der öffentlichen Wahrnehmung spielt dabei auch eine bewusste Distanz zur Bundespartei eine Rolle: Auf Wahlplakaten und in vielen Botschaften wird bewusst weniger die grüne Parteimarke, sondern stärker Özdemirs eigener Name als personifizierter Spitzenkandidat betont. Analyst:innen sehen darin eine strategische Entscheidung, um überparteiliche Wählergruppen stärker anzusprechen.
Debatte schärft sich in TV-Arena
In der jüngsten SWR-„Wahlarena“ geriet Özdemir mit Konkurrenzkandidaten teils heftig aneinander – etwa in Fragen des Bürokratieabbaus, Wirtschaftspolitik und kompetitiver Gestaltung regionaler Strukturen. Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel kritisierte einige grüne Konzeptansätze als „fachlich nicht überzeugend“, während Özdemir auf einen flächendeckenden Bürokratieabbau und pragmatische Lösungen pochte.
Ausblick: Wahl am 8. März und Bedeutung der Themen
Mit der Wahl am kommenden Sonntag rückt nicht nur die Frage nach dem künftigen Ministerpräsidenten in den Mittelpunkt, sondern auch die Art und Weise, wie politische Akteure mit parlamentarischen Prozessen und Transparenzanforderungen umgehen. Beobachter gehen davon aus, dass Themen wie bürokratische Effizienz, Berichtspflichten und die Frage nach klaren politischen Profilen in den kommenden Tagen noch an Relevanz gewinnen




