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Iran weitet Vergeltung aus: US-Stützpunkte und Lufträume mehrerer Staaten im Visier

Der militärische Schlagabtausch zwischen den USA und Iran weitet sich regional aus. Nach Angriffen beziehungsweise Abfangvorgängen in Jordanien und Bahrain melden iranische Stellen nun auch Raketen- und Drohnenoperationen gegen US-Einrichtungen im Nordirak. Gleichzeitig reagierte Kuwait auf einen feindlichen Drohnenangriff. Damit geraten immer mehr Staaten der Region unmittelbar in den Konflikt.

Iran meldet Angriff auf US-Stützpunkte in Erbil

Die iranischen Revolutionsgarden haben am 2. September kombinierte Raketen- und Drohnenangriffe gegen Einrichtungen angekündigt beziehungsweise gemeldet, die von amerikanischen Streitkräften in Erbil im Nordirak genutzt werden.

Nach iranischer Darstellung wurden dabei technische und militärische Einrichtungen getroffen. Teheran behauptet zudem, mehrere amerikanische Soldaten seien getötet worden.

Für diese Angaben gibt es bislang jedoch keine belastbare unabhängige Bestätigung. Weder amerikanische noch irakische Stellen haben entsprechende US-Verluste bestätigt.

Die Angaben über Tote und das tatsächliche Ausmaß möglicher Schäden müssen daher weiterhin mit Vorsicht behandelt werden.

Kuwait meldet feindlichen Drohnenangriff

Parallel dazu meldete die kuwaitische Armee Aktivitäten ihrer Luftverteidigung gegen einen feindlichen Drohnenangriff.

Damit erreicht die aktuelle Eskalation einen weiteren Golfstaat.

Noch nicht abschließend geklärt ist allerdings, von wo die Drohne gestartet wurde, welches konkrete Ziel sie hatte und ob sie Teil der iranischen Vergeltungsoperation war.

Diese Unterscheidung ist entscheidend: Solange die Herkunft nicht eindeutig festgestellt ist, sollte der Vorfall nicht automatisch Iran zugeschrieben werden.

Bahrain bestätigt abgefangene iranische Drohnen

Deutlicher ist die Informationslage in Bahrain.

Dort wurden nach Angaben der zuständigen Behörden iranische Drohnen abgefangen und zerstört. Bahrain besitzt für die USA eine besondere strategische Bedeutung, da dort wichtige amerikanische Marinekräfte stationiert sind.

Ein erfolgreicher Angriff auf amerikanische Einrichtungen in Bahrain könnte deshalb eine wesentlich stärkere Reaktion Washingtons auslösen.

Bislang gibt es jedoch auch dort keine bestätigten Meldungen über größere US-Verluste.

Jordanien bereits zuvor betroffen

Die jüngsten Entwicklungen folgen auf iranische Raketenangriffe gegen militärische Standorte in Jordanien.

Iran hatte diese Angriffe als Vergeltung für amerikanische Militärschläge gegen iranische Einrichtungen dargestellt.

Jordanien erklärte dagegen, mehrere anfliegende Raketen abgefangen zu haben. Amerikanische Stellen meldeten nach ersten Erkenntnissen keine eigenen Todesopfer.

Damit zeigt sich erneut das grundlegende Problem der Informationslage in diesem Krieg: Iran meldet teilweise erfolgreiche Treffer und Schäden, während die betroffenen Staaten und die USA einen großen Teil der Geschosse als abgefangen darstellen.

Unabhängige Bestätigungen sind insbesondere bei militärischen Einrichtungen häufig nur eingeschränkt möglich.

Der Konflikt breitet sich geografisch aus

Die entscheidende Veränderung liegt deshalb weniger in einzelnen behaupteten Treffern als in der zunehmenden geografischen Ausdehnung des Konflikts.

Innerhalb kurzer Zeit sind militärische Einrichtungen oder Lufträume in mehreren Staaten betroffen:

Jordanien, Bahrain, Irak und Kuwait.

Damit besteht zunehmend die Gefahr, dass aus der direkten Konfrontation zwischen Washington und Teheran eine breitere regionale Sicherheitskrise entsteht.

Viele Golfstaaten versuchen bislang, eine unmittelbare Beteiligung am Krieg zu vermeiden. Gleichzeitig befinden sich auf ihrem Territorium amerikanische Militärstützpunkte, Radaranlagen, Luftwaffeneinrichtungen oder logistische Zentren.

Genau diese Infrastruktur betrachtet Teheran offenbar als möglichen Bestandteil der amerikanischen Kriegsführung.

Iran verschärft seine Warnungen

Iran hat gleichzeitig angekündigt, Staaten stärker in die Verantwortung zu nehmen, wenn deren Territorium oder militärische Infrastruktur für amerikanische Angriffe genutzt wird.

Teheran warnt vor „schwereren und umfassenderen“ Reaktionen, falls weitere Angriffe auf Iran erfolgen.

Das stellt insbesondere die Golfstaaten vor ein strategisches Problem.

Einerseits sind mehrere dieser Länder sicherheitspolitisch eng mit Washington verbunden. Andererseits wollen sie verhindern, selbst zum Kriegsschauplatz zu werden.

Je länger der direkte USA-Iran-Konflikt anhält, desto schwieriger dürfte dieser Balanceakt werden.

Straße von Hormus bleibt zusätzlicher Gefahrenpunkt

Parallel zur Ausweitung der Angriffe bleibt die Lage an der Straße von Hormus angespannt.

Die strategisch wichtige Meerenge ist für einen erheblichen Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte von zentraler Bedeutung. Militärische Zwischenfälle, Angriffe auf Handelsschiffe und die Gefahr weiterer iranischer oder amerikanischer Operationen haben den Schiffsverkehr zeitweise erheblich reduziert.

Damit entwickelt sich der Konflikt gleichzeitig auf zwei Ebenen:

Auf dem Land und in der Luft wächst die Zahl der betroffenen Staaten. Auf See bleibt die Gefahr einer weiteren Eskalation rund um Hormus bestehen.

Droht eine regionale Eskalationsspirale?

Entscheidend wird nun sein, wie Washington auf die jüngsten iranischen Operationen reagiert.

Sollten sich amerikanische Todesopfer im Irak oder an einem anderen Standort bestätigen, könnte der politische Druck auf die US-Regierung für weitere militärische Gegenschläge deutlich steigen.

Sollten dagegen die meisten iranischen Raketen und Drohnen abgefangen worden sein und keine größeren Verluste entstanden sein, besteht zumindest die Möglichkeit, dass Washington und Teheran versuchen, die nächste Eskalationsstufe zu vermeiden.

Von einer stabilen Deeskalation kann derzeit jedoch keine Rede sein.

Was derzeit als gesichert gilt – und was nicht

Bestätigt ist, dass sich die militärischen Aktivitäten inzwischen auf mehrere Staaten der Region erstrecken und Luftverteidigungssysteme wiederholt gegen Raketen beziehungsweise Drohnen aktiviert wurden.

Weiterhin nicht ausreichend bestätigt sind dagegen iranische Angaben über mehrere getötete amerikanische Soldaten und größere Schäden an US-Einrichtungen in Erbil.

Auch beim Drohnenvorfall in Kuwait müssen Herkunft, Flugroute und eigentliches Ziel noch eindeutig geklärt werden.

Fazit

Der USA-Iran-Konflikt befindet sich in einer neuen und gefährlicheren Phase.

Nicht allein die Zahl der Raketen oder Drohnen ist dabei entscheidend. Wesentlich ist, dass immer mehr Staaten der Region mit den militärischen Folgen der Konfrontation in Berührung kommen.

Jordanien, Bahrain, Irak und Kuwait stehen inzwischen unmittelbar im Zentrum der Sicherheitslage. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus ein zusätzlicher globaler Risikofaktor.

Noch ist daraus kein umfassender regionaler Krieg entstanden. Doch mit jedem weiteren Angriff auf amerikanische Einrichtungen außerhalb Irans steigt das Risiko, dass zusätzliche Staaten gegen ihren Willen tiefer in die Auseinandersetzung hineingezogen werden.

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