
Die Vereinigten Staaten verlegen weitere Kriegsschiffe und Tausende Soldaten in Richtung Naher Osten. Während Donald Trump neue Angriffe auf Iran offenhält, wächst die Sorge vor einer erneuten Ausweitung des bereits andauernden Konflikts. Die Verlegung erweitert Washingtons militärische Möglichkeiten. Ein unmittelbar bevorstehender Großangriff ist damit jedoch noch nicht bestätigt.
Bis zu 10.000 zusätzliche Soldaten
Nach aktuellen Berichten umfasst die Verstärkung etwa 9.000 bis 10.000 Militärangehörige. Die USS Theodore Roosevelt verließ am 27. September ihren Heimathafen San Diego. Einen Tag später folgte die amphibische Schiffsgruppe um die USS Makin Island.
Damit könnten zu den bisher ungefähr 50.000 amerikanischen Militärangehörigen in der Region weitere Tausende hinzukommen. Die häufig genannte Zahl von rund 60.000 beschreibt deshalb die mögliche Stärke nach Eintreffen der Verstärkung. Die zusätzlichen Kräfte bestehen aus Schiffsbesatzungen und Marineinfanteristen.
Drei Flugzeugträger möglich – Zeitplan bleibt offen
Die USS George Washington und die USS George H. W. Bush gehören bereits zum amerikanischen Aufgebot für den Nahen Osten. Über ihre genaue aktuelle Position gibt es unterschiedliche Angaben; einem Bericht zufolge hat die George H. W. Bush die Region vorübergehend verlassen.
Mit der Theodore Roosevelt könnten zeitweise drei Flugzeugträgergruppen zusammenkommen. Ob alle gleichzeitig bleiben oder ein Verband einen anderen ablöst, ist noch offen. Auch die Ankunftsprognosen unterscheiden sich: Sie reichen von Ende Oktober bis Ende November.
Trump droht mit Vernichtung Irans
Donald Trump verschärft zugleich seine Rhetorik. In einem am 1. Oktober veröffentlichten Interview wurde er auf seine Drohung angesprochen, Iran möglicherweise zu „vernichten“. Er antwortete sinngemäß: „Ja, das würde ich tun. Es ist möglich.“
Auch verstärkte Bombardierungen nach den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November schloss er nicht aus. Einen iranischen Vorschlag für eine Waffenruhe, der die Öffnung der Straße von Hormus einschloss, bezeichnete er als unzureichend. Die Formulierung „Ich werde Iran von der Landkarte tilgen“ ist daher keine genaue Wiedergabe dieser aktuellen Interviewantwort.
Bereitet Washington eine große Operation vor?
Die Verstärkung lässt sich als Vorbereitung auf mögliche weitere Angriffe und als Druckmittel gegenüber Teheran einordnen. Sie allein beweist jedoch weder eine beschlossene Bodenoffensive noch einen festen Angriffstermin.
Iran bereitet seinerseits nach aktuellen Berichten härtere Gegenmaßnahmen für den Fall neuer umfassender Angriffe vor. Damit steigt das Risiko, dass eine weitere Eskalation auch amerikanische Einrichtungen und Verbündete in der Region erfasst.





