
Minab / Teheran. Nach einem gemeinsamen Luftangriff der USA und Israels auf eine Grundschule für Mädchen in der südiranischen Provinz Hormozgan ist die Zahl der Todesopfer auf 150 Schülerinnen gestiegen. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen am Samstag.
Ziel des Angriffs war die „Şeceretü’t-Tayyibe“-Mädchenschule in der Stadt Minab. Der Bezirksvorsteher Mohammed Radmehr bestätigte, dass das Schulgebäude direkt getroffen worden sei. Zahlreiche Kinder seien dabei ums Leben gekommen, viele weitere verletzt. Zunächst war von fünf Todesopfern die Rede gewesen, die Zahl wurde im Laufe des Tages deutlich nach oben korrigiert.
Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete, Rettungskräfte seien weiterhin im Einsatz, um Verschüttete aus den Trümmern zu bergen. Augenzeugen schilderten schwere Zerstörungen und chaotische Zustände am Unglücksort.
Nationaler Sicherheitsrat warnt Bevölkerung
Angesichts der anhaltenden Luftangriffe veröffentlichte der Nationale Sicherheitsrat des Iran eine dringliche Erklärung. Darin rief er die Bevölkerung in besonders gefährdeten Regionen, insbesondere in Teheran, dazu auf, gefährdete Gebiete zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Menschenansammlungen, etwa in Einkaufszentren, sollten gemieden werden. Zudem kündigte die Regierung an, staatliche Einrichtungen vorübergehend nur noch mit halber Kapazität zu betreiben.
Eskalation trotz laufender Verhandlungen
Die Angriffe erfolgten während laufender Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Israels Verteidigungsministerium sprach von einem „Präventivschlag“. US-Präsident Donald Trump erklärte, es handele sich um eine „groß angelegte Operation“ gegen den Iran.
Bei den Luftschlägen wurden nach offiziellen Angaben mehrere iranische Städte getroffen, darunter Teheran, Isfahan, Karaj, Qom, Täbris, Schiras, Buschehr, Kermanshah und Ilam. Israel und der Iran sperrten daraufhin ihren Luftraum, in Israel wurde landesweit der Ausnahmezustand ausgerufen.
Iran reagiert mit Raketenangriffen
Als Reaktion feuerte die iranische Armee nach eigenen Angaben Dutzende ballistische Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet ab. Zudem seien US-Militärstützpunkte in mehreren Ländern der Region, darunter Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar und Jordanien, angegriffen worden. Berichten zufolge wurde dabei ein US-Marinestützpunkt in Bahrain getroffen.
Die internationale Gemeinschaft zeigte sich besorgt über die rasche Eskalation. Diplomatische Bemühungen zur Deeskalation laufen auf Hochtouren.
von Johannes Krüger




