
Am 3. Januar 2026 kam es in Berlin-Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf) zu einem gezielten Brandanschlag auf eine Kabelbrücke, bei dem mehrere Hoch- und Mittelspannungsleitungen zerstört wurden. Dadurch fielen zeitweise die Strom- und Heizversorgung für rund 45 000 Haushalte und über 2 200 Gewerbebetriebe aus, was zusammen bis zu 100 000 Menschen betraf und den längsten Stromausfall in Berlin seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auslöste. Die Versorgung war mehrere Tage bis zu einer Woche gestört, ehe die klassischen Netze wieder stabilisiert wurden.
Täter & Bekennerschreiben
Unmittelbar nach dem Anschlag veröffentlichte eine Gruppierung namens „Vulkangruppe“ ein Bekennerschreiben, in dem sie die Tat für sich reklamierte. Polizei und Politik stuften das Schreiben zunächst als authentisch und glaubhaft ein und gehen von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Allerdings untersuchen die Behörden den Fall weiterhin ergebnisoffen und prüfen auch andere mögliche Täter, da bislang keine Personen identifiziert wurden.
Bundes- und Landespolitiker, darunter der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, verurteilten den Anschlag scharf und bezeichneten ihn als politisch motivierte Sabotage bzw. Terrorakt, der „Leben gefährdet und kritische Infrastruktur attackiert“.
Auswirkungen auf Alltag und Infrastruktur
Der Stromausfall beeinflusste nicht nur die Haushalte, sondern brachte auch Verkehrsbetriebe ins Stocken – u. a. fuhren Teile der S-Bahn vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt, der ÖPNV war beeinträchtigt und Notdienste arbeiteten unter erschwerten Bedingungen.
Der Betreiber Stromnetz Berlin konnte die Versorgung bis zum 7. Januar 2026 weitgehend wiederherstellen, teilte aber mit, dass vollständige Reparaturen Monate dauern könnten, da die Schäden an der Netzinfrastruktur erheblich sind.
Regierungsreaktion & Belohnung
Die Bundesregierung, vertreten durch das Bundeskriminalamt (BKA) und den Bundesinnenminister, hat eine Belohnung von bis zu 1 Million € ausgesetzt, um Hinweise zu erhalten, die zur Identifizierung und Festnahme der Verantwortlichen führen. Diese wurde mit einer Frist bis Ende Februar 2026 verbunden, blieb jedoch ohne bestätigten Fahndungserfolg.
Zudem kündigten Behörden verstärkte Maßnahmen im Kampf gegen linksextremistische Gewalt und zur Sicherung kritischer Infrastruktur an. Die Ermittlungen dauern an, auch mit Blick auf mögliche Verbindungen der Täter zu größeren, extremistischen Netzwerken.
Kurz & bündig
- Tatdatum: 3. Jan 2026
- Ort: Berlin-Lichterfelde
- Art: Brandanschlag auf Stromkabel → Sabotage
- Betroffene: ca. 45 000 Haushalte + Gewerbe, bis zu 100 000 Menschen
- Dauer der Ausfälle: mehrere Tage bis über eine Woche
- Bekennung: „Vulkangruppe“ (linksextremistisch, aber offen geprüft)
- Belohnung: bis zu 1 Mio. € für Hinweise
- Status: Ermittlungen laufen weiter ohne Festnahmen




