
Während ein befristeter Waffenstillstand zwischen den United States und dem Iran zustande kam, intensivierte Präsident Recep Tayyip Erdoğan seine Vermittlungsbemühungen: Er führte zahlreiche Telefongespräche mit Staats- und Regierungschefs, um die Angriffe zu beenden und eine weitere Eskalation zu verhindern.
Die Vorgänge haben die Welt an den Rand einer größeren Sicherheitskrise gebracht: Angriffe, die am 28. Februar begannen, haben die Region in Brand gesetzt und Vergeltungsschläge jene Golfstaaten in den Gefahrenring gezogen, die in strategischer Nähe zum Geschehen stehen. Die Sperrung der Straße von Hormus und die daraus resultierenden Verwerfungen auf den Energiemärkten verdeutlichen das Ausmaß der Bedrohung.
In dieser angespannten Lage übernahm die Türkei erneut eine Mediatorrolle. Dank der persönlichen Initiative Erdoğans und der engen Koordination mit staatlichen Stellen — etwa dem National Intelligence Agency und dem Foreign Ministry— gelang es, Gespräche voranzutreiben und einen Rahmen für Verhandlungen zu schaffen.
Erdoğan nahm nach offiziellen Angaben Kontakt zu 23 Staats- und Regierungschefs auf — darunter Konfliktparteien und internationale Akteure: neben US-Vertretern auch den iranischen Gesprächspartner Mesud Pezeşkiyan, Vertreter der European Union und regionale Führungspersönlichkeiten wie den pakistanischen Premierminister Shahbaz Sharif. Nach Angaben aus dem Präsidialapparat spielten diese Kontakte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des vereinbarten Waffenstillstands.
Kommunikationschef Burhaneddin Duran betonte, dass die Türkei unter Erdoğans Führung die Diplomatie durchgängig aktiv halte, um regionale und globale Risiken zu vermindern. „Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, wie wichtig Diplomatie ist“, hieß es in der Mitteilung — und: Die diplomatischen Schritte würden „entschlossen fortgesetzt“, um die Chance auf dauerhaften Frieden nicht zu verspielen.
Die Lage bleibt fragil: Ein kurzzeitiger Waffenstillstand ist nur der Anfang, nicht das Ziel. Für eine nachhaltige Entspannung sind weitergehende Verhandlungen, vertrauensbildende Maßnahmen und internationale Koordination nötig. Die türkische Initiative zeigt jedoch, dass persönliche Diplomatie und aktive Vermittlung in kritischen Momenten zur Deeskalation beitragen können — wenn weltpolitische Akteure bereit sind, das Gespräch über kurzfristige Machtinteressen zu stellen.
Internationale Gesprächspartner im Überblick:
Zu den politischen Führungspersönlichkeiten, mit denen Erdoğan in Kontakt stand, zählen unter anderem:
- US-Präsident Donald Trump
- Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani
- Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan
- Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman
- Kuwaits Emir, Scheich Mischal Al-Ahmad Al-Dschabir Al-Sabah
- EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
- Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz
- NATO-Generalsekretär Mark Rutte
- Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif
- Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim
Weitere Gespräche führte Erdoğan mit:
- Russlands Präsident Wladimir Putin
- Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev
- Spaniens Premierminister Pedro Sánchez
- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
- Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
- Großbritanniens Premierminister Keir Starmer
- Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Barzani
- Irans Präsident Masoud Pezeshkian
- Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj
- Sudans Übergangsrat-Vorsitzendem Abdel Fattah al-Burhan
- Omans Sultan Haitham bin Tariq
- Indonesiens Präsident Prabowo Subianto
- Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew
Diese intensive diplomatische Aktivität unterstreicht die Rolle der Türkei als Vermittler in internationalen Krisensituationen.
von Muharrem Bulut




