
Die Kämpfe zwischen den Huthis und saudisch unterstützten Regierungstruppen im Jemen verschärfen sich. Die Huthi-Bewegung meldet 156 saudische Luft- und Raketenangriffe innerhalb von 24 Stunden. Gleichzeitig treiben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan ihre militärische Zusammenarbeit voran.
Huthis werfen Saudi-Arabien Angriffe auf Wohngebiete vor
Nach Angaben des Huthi-Militärsprechers Yahya Sarea konzentrierten sich die Angriffe auf Sanaa sowie die Provinzen Taiz, Saada, al-Dschauf, Marib und Amran. Saudische F-15- und Typhoon-Kampfflugzeuge hätten auch zivile Wohngebiete getroffen. Zusätzlich seien Raketen aus den saudischen Regionen Nadschran und Dschisan abgefeuert worden.
Sarea bezifferte die Gesamtzahl der Angriffe seit Beginn der jüngsten Eskalation auf 1.798. Die Zahlen und Angaben zu den Zielen sind bislang nicht unabhängig bestätigt.
Raketenangriffe und Todesopfer
Die Huthis erklärten ihrerseits, elf Stellungen saudisch unterstützter Truppen mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Dabei seien zahlreiche Soldaten und ranghohe Kommandeure getötet oder verletzt worden. Auch diese Verlustangaben sind nicht unabhängig bestätigt.
Die saudische Zivilluftfahrtbehörde meldete unterdessen drei Todesopfer und 36 Verletzte bei Angriffen auf die Flughäfen Riad und Abha. Die saudisch geführte Koalition erklärte, anschließend mehr als 80 militärische Huthi-Ziele angegriffen zu haben. Auch der Flughafen Aden wurde nach Angaben des jemenitischen Verkehrsministeriums mit Raketen und Drohnen angegriffen.
Türkei und Pakistan verstärken Unterstützung
Bei einem Treffen am 5. Oktober in Riad vereinbarten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan, ihre gemeinsamen Verteidigungsverpflichtungen umzusetzen. Dazu sollen vereinbarte militärische Kräfte und Fähigkeiten rasch bereitgestellt werden.
Reuters zufolge umfasst die türkische Hilfe zunächst vor allem Ausrüstung, Informationsaustausch und technische Unterstützung zur Verteidigung Saudi-Arabiens. Ein konkreter Termin für die Entsendung türkischer Kampftruppen ist bislang nicht bestätigt. Nach dem Bericht vom 7. Oktober stand die parlamentarische Ratifizierung des gemeinsamen Verteidigungsabkommens in der Türkei noch aus.
Strategische Schifffahrtsroute im Mittelpunkt
Die Kämpfe konzentrieren sich zunehmend auf Gebiete nahe der Meerenge Bab al-Mandab. Die Verbindung zwischen Rotem Meer und Golf von Aden ist für internationale Handels- und Energietransporte entscheidend. Eine weitere Ausweitung des Konflikts könnte damit auch die Sicherheit der Schifffahrt beeinträchtigen.





