
Beim CICA-Gipfel in Baku haben der türkische Außenminister Hakan Fidan und Vertreter weiterer Länder während des Redeauftakts von Israels Präsident Isaac Herzog den Saal verlassen. Der demonstrative Auszug setzte ein deutliches diplomatisches Zeichen.
Am 15. Oktober kam es beim siebten Gipfel der Konferenz für Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien in Aserbaidschans Hauptstadt zu einem gemeinsamen Protest. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu standen Fidan, seine Delegation und Vertreter von mehr als zehn Ländern auf und verließen den Sitzungssaal, als Herzog seine Ansprache begann.
Welche Länder beteiligt waren
TRT Avaz nennt neben der Türkei auch Palästina, Pakistan, Saudi-Arabien, Irak, Ägypten, Kuwait, Katar, Jordanien, Malaysia, Indonesien und Bangladesch. Über die genaue Zusammensetzung der Protestgruppe gibt es allerdings widersprüchliche Angaben: Die „Jerusalem Post“ berichtet von fünf Delegationen und schreibt, Katars Emir sei im Saal geblieben. Die vollständige Länderliste lässt sich deshalb derzeit nicht als zweifelsfrei bestätigt darstellen.
Ein sichtbares Signal türkischer Außenpolitik
Politisch lässt sich der Auftritt als Ausdruck der türkischen Bemühungen verstehen, die Kritik an Israels Vorgehen mit anderen Staaten sichtbar zu bündeln. Fidan forderte beim Gipfel außerdem Unterstützung für die Rechte der Palästinenser und bekräftigte die Forderung nach einem unabhängigen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt.
Die Darstellung, ein einziges Handzeichen Fidans habe die anderen Delegationen zum Verlassen des Saals veranlasst, ist durch die geprüften Berichte hingegen nicht belegt. Selbst eine sichtbare Geste würde zunächst offenlassen, ob sie eine zuvor vereinbarte Aktion signalisierte.
Der gemeinsame Auszug kann als diplomatischer Schulterschluss und als Hinweis auf Ankaras Einfluss gewertet werden. Ein Beweis dafür, dass die beteiligten Staaten auf türkische Anweisung handelten, ergibt sich daraus jedoch nicht.




