
Duisburg, 30. September 2026. In Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Bulgarien sind Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk im Umfeld der Hells Angels vorgegangen. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte waren beteiligt. Bei der Großrazzia wurden mehr als 100 Objekte durchsucht; nach weiteren Angaben waren es rund 140. Das Verfahren richtet sich gegen 71 Beschuldigte.
Schwerpunkt in Duisburg
Ein Schwerpunkt des Einsatzes lag in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Duisburg. Auch in weiteren Bundesländern sowie in den drei anderen europäischen Ländern fanden Durchsuchungen statt. Unter den Beschuldigten befinden sich nach Angaben der Ermittler hochrangige Mitglieder der Rockergruppe. Im Laufe des Tages wurden 14 Personen aufgrund von Haftbefehlen festgenommen.
Verdacht auf Geldwäsche über Firmen und Immobilien
Die Ermittler vermuten, dass die Beschuldigten Einnahmen aus Straftaten über ein Netzwerk aus Unternehmen und Geschäftsbeziehungen verschleiert und unter anderem in Immobilien investiert haben. Ihnen werden unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Hinzu kommen Ermittlungen wegen Waffenvergehen, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
Die Behörden wollen im Zusammenhang mit dem Verfahren Vermögenswerte in Höhe von 48,6 Millionen Euro sichern. Ob und in welchem Umfang sich die Vorwürfe gegen die einzelnen Beschuldigten bestätigen, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Spur führt zu Schießerei im Jahr 2022
Die Ermittlungen stehen nach Medienberichten auch im Zusammenhang mit einer Schießerei am Hamborner Altmarkt in Duisburg im Mai 2022. Damals gerieten Rocker und Angehörige einer anderen Gruppe aneinander; vier Menschen wurden schwer verletzt. Aus den anschließenden Ermittlungen entwickelte sich offenbar ein Verfahren, das nun weit über Duisburg hinausreicht.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul wertete die Razzia als bedeutenden Schlag gegen die organisierte Kriminalität. Der Einsatz zeige, dass die Behörden neben den mutmaßlichen Straftaten auch die finanziellen Strukturen dahinter untersuchen.





