
Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan sehen sich viele Menschen im Gazastreifen erneut mit äußerst schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert. Nach Angaben palästinensischer Behörden und internationaler Hilfsorganisationen haben die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen sowie strenge Beschränkungen bei der Einfuhr von Hilfsgütern die humanitäre Lage erheblich verschärft.
Seit Monaten ist der Zugang zu Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Treibstoff stark eingeschränkt. Hilfsorganisationen berichten, dass zahlreiche Lastwagen mit dringend benötigten Gütern nur verzögert oder in unzureichender Zahl in das Gebiet gelangen. Die israelische Regierung und die Armee verweisen hingegen auf Sicherheitsbedenken und Kontrollen, die verhindern sollen, dass Hilfslieferungen militärisch genutzt werden.

Für die Zivilbevölkerung bedeutet dies jedoch gravierende Einschnitte im Alltag. Besonders während des Ramadan, einer Zeit, die für Muslime traditionell von Gemeinschaft, Gebet und gemeinsamen Mahlzeiten geprägt ist, sind viele Familien nicht in der Lage, ausreichend Lebensmittel für das abendliche Fastenbrechen bereitzustellen. Bäckereien und Märkte arbeiten vielerorts nur eingeschränkt, und die Preise für verfügbare Waren sind stark gestiegen.
Internationale Organisationen warnen vor wachsender Unterernährung, insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Kranken. Krankenhäuser arbeiten unter extremen Bedingungen, da es an Medikamenten, medizinischem Material und Strom mangelt. Auch die Versorgung mit Trinkwasser bleibt vielerorts unzureichend.
Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass die bestehenden Beschränkungen und militärischen Maßnahmen die ohnehin angespannte humanitäre Lage weiter verschärfen und die Zivilbevölkerung unverhältnismäßig treffen. Sie fordern einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe sowie Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung.
Während der Ramadan für viele Gläubige weltweit eine Zeit der Besinnung und Hoffnung ist, ist er für zahlreiche Familien im Gazastreifen in diesem Jahr von Hunger, Unsicherheit und existenzieller Not geprägt.




