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Iran offen für diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Eskalation

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hat erklärt, sein Land sei offen für alle ernsthaften Initiativen, die dazu beitragen könnten, die aktuelle Eskalation zu beenden und die Stabilität in der Region wiederherzustellen.

Nach Angaben des Außenministeriums von Oman führte Araghchi ein Telefonat mit seinem omanischen Amtskollegen Badr bin Hamad al-Busaidi. Dabei würdigte er die diplomatischen Bemühungen Omans, zur Deeskalation beizutragen und den Weg zurück zu Dialog und Verhandlungen zu ebnen.

Araghchi betonte, die Angriffe der Vereinigte Staaten und Israel auf den Iran hätten die Spannungen erheblich verschärft. Zugleich verwies er auf die aus seiner Sicht friedensorientierte Haltung Teherans. Der Iran sei bereit, jede ernsthafte Initiative zu unterstützen, die zur Beendigung der Eskalation und zur Stabilisierung der Lage führe.

Der omanische Außenminister al-Busaidi unterstrich, der Konflikt müsse auf diplomatischem Weg gelöst werden, damit alle Seiten ihre legitimen Interessen wahren könnten. Er plädierte für eine Rückkehr zu einem Waffenstillstand und zu Verhandlungen und rief den Iran zur Zurückhaltung auf, um gute nachbarschaftliche Beziehungen nicht zu gefährden.


„Wir verteidigen uns und haben jedes Recht dazu“

In einem Interview mit dem US-Sender ABC News äußerte sich Araghchi erneut zu den andauernden Angriffen. Auf einen Social-Media-Beitrag von US-Präsident Donald Trump, in dem dieser den Iran aufgefordert hatte, nicht auf die Angriffe zu reagieren, entgegnete der Minister:

„Wir verteidigen uns und haben jedes Recht, uns zu verteidigen. Was wir tun, ist Selbstverteidigung. Niemand kann uns dieses Recht absprechen. Wir werden alles Notwendige tun, um unser Land und unser Volk zu schützen.“

Auf die Frage nach den Schäden an der iranischen Militärinfrastruktur erklärte Araghchi, man habe zwar mehrere Kommandeure verloren, doch habe sich an der militärischen Leistungsfähigkeit des Landes nichts geändert. Die Reaktionsgeschwindigkeit auf Angriffe sei höher als während des zwölftägigen Krieges mit Israel im Jahr 2025. Die Streitkräfte seien sowohl qualitativ als auch quantitativ besser vorbereitet.

Mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit den USA zeigte sich Araghchi skeptisch. In den vergangenen zwölf Monaten habe es zwei Gesprächsrunden gegeben – in beiden Fällen sei der Iran während laufender Verhandlungen angegriffen worden. Dies habe das Vertrauen erheblich beschädigt. Bestimmte Akteure hätten diplomatische Fortschritte sabotiert und durch mediale Kampagnen Spannungen geschürt, so der Minister.


Teheran spricht von „internationalem Verbrechen“

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaei, bezeichnete das Attentat auf den iranischen Religionsführer Ali Khamenei als „internationales Verbrechen“ und als „Krieg gegen den Iran“. Dies sagte er in einem Interview mit dem Sender Al-Mayadeen.

Baghaei erklärte, das politische System des Iran hänge nicht von einer einzelnen Person ab. Die Islamische Revolution habe die Diktatur beendet. Die Angriffe stellten jedoch eine schwere Verletzung des Völkerrechts dar.

Zu iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Ländern der Region sagte er, diese Maßnahmen richteten sich nicht gegen die betreffenden Staaten, sondern seien im Rahmen legitimer Selbstverteidigung erfolgt.

Zugleich verwies Baghaei darauf, dass geplante Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in Wien zwei Tage vor Beginn durch die Angriffe unterbrochen worden seien. Die USA hätten kein echtes Interesse an Verhandlungen gezeigt und die Angriffe als Vorwand genutzt.


Militärschläge und Opferzahlen

Während laufender Gespräche zwischen Teheran und Washington starteten Israel und die USA am 28. Februar einen Militärschlag gegen iranische Ziele. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, wo sich US-Militärstützpunkte befinden.

Bei den Angriffen der USA und Israels kamen neben Ayatollah Ali Khamenei auch mehrere hochrangige iranische Funktionsträger ums Leben. Das iranische Rote Kreuz erklärte, bei den Bombardierungen seien 201 Menschen getötet und 747 verletzt worden.

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