
Berlin, 4. September 2026 – Die Bundesregierung von Friedrich Merz steckt in einer schweren Vertrauenskrise. Der aktuelle ARD-DeutschlandTrend liefert für den Kanzler alarmierende Zahlen: Nur noch 13 Prozent sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden, 83 Prozent unzufrieden. Die Bundesregierung erreicht lediglich 15 Prozent Zustimmung, während 84 Prozent mit ihrer Arbeit unzufrieden sind.
Auch bei der Sonntagsfrage steht die Regierung unter Druck: Die AfD erreicht 27 Prozent, CDU/CSU nur 21 Prozent. Dahinter folgen Grüne mit 15, SPD mit 13 und Linke mit 12 Prozent. Damit wäre die AfD derzeit bundesweit stärkste Kraft.
Auch persönlich liegt AfD-Chefin Alice Weidel mit 26 Prozent Zufriedenheit deutlich vor Merz mit 13 Prozent. Allerdings sind auch mit Weidels Arbeit 64 Prozent unzufrieden – ein Hinweis darauf, dass der AfD-Aufstieg nicht automatisch eine gesellschaftliche Mehrheit für ihre Politik bedeutet.
SACHSEN-ANHALT: AfD VOR MÖGLICHEM HISTORISCHEN ERGEBNIS
Besonders brisant wird die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Die letzte ARD-Vorwahlumfrage sieht die AfD bei 42 Prozent, die CDU lediglich bei 22 Prozent.
Sollte dieses Ergebnis annähernd eintreten, wäre dies nicht nur ein politisches Erdbeben in Sachsen-Anhalt, sondern auch eine schwere Niederlage für die CDU und ihren Bundesvorsitzenden Friedrich Merz.
Die Regierungsbildung könnte anschließend äußerst schwierig werden, da die CDU eine Koalition mit der AfD ausschließt.
MECKLENBURG-VORPOMMERN: SPD HOLT AUF
Auch Mecklenburg-Vorpommern wählt am 20. September. Dort ist das Rennen inzwischen wesentlich enger: Die AfD liegt bei 35 Prozent, die SPD bei 32 Prozent.
Interessant ist jedoch: Eine Mehrheit von 56 Prozent bevorzugt dort weiterhin eine SPD-geführte Landesregierung, lediglich 31 Prozent wünschen sich eine AfD-geführte Regierung.
Hohe AfD-Umfragewerte bedeuten deshalb nicht automatisch eine Mehrheit für eine AfD-Regierung.
DIE VERTRAUENSFRAGE HOLT MERZ EIN
Politisch besonders heikel bleibt für Friedrich Merz die Vertrauensfrage.
Nach dem Zusammenbruch der Ampelkoalition hatte Merz von Olaf Scholz eine schnelle Vertrauensfrage verlangt. Heute erreicht seine eigene Regierung extrem schlechte Zufriedenheitswerte – dennoch gibt es keine Ankündigung, dass Merz selbst die Vertrauensfrage stellen will.
Rechtlich ist er dazu nicht verpflichtet. Solange seine parlamentarische Mehrheit im Bundestag besteht, kann die Bundesregierung weiterregieren.
Politisch muss Merz sich dennoch fragen lassen:
Warum verlangte er von Scholz politische Klarheit durch die Vertrauensfrage, während er sie für seine eigene Regierung trotz massiven Vertrauensverlustes ablehnt?
AfD PROFITIERT VON DER SCHWÄCHE DER REGIERUNG
Der Aufstieg der AfD ist zugleich ein Warnsignal für die etablierten Parteien. Offenbar erreicht die Bundesregierung einen erheblichen Teil der Bevölkerung nicht mehr.
Doch auch Alice Weidel und die AfD müssen mit steigenden Umfragewerten konkreter beantworten, wie sie Wirtschaft, Renten, Migration, Energie, Sozialstaat und Außenpolitik tatsächlich gestalten würden.
Proteststimmen können eine Partei groß machen – Regierungsfähigkeit muss sie anschließend beweisen.
Für Friedrich Merz wird deshalb der kommende Sonntag zum wichtigen politischen Test.
Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich bei rund 40 Prozent oder darüber landen und die CDU nur ungefähr halb so stark werden, dürfte die Debatte über den Kurs des Kanzlers erheblich an Schärfe gewinnen.
Merz muss rechtlich keine Vertrauensfrage stellen. Doch angesichts von 83 Prozent Unzufriedenheit mit seiner Arbeit wird die politische Vertrauensfrage längst von der Bevölkerung gestellt.





