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Pezeshkian: „Wir sind keine Terroristen – wir werden nicht auf die Knie gehen“

Irans Präsident Masoud Pezeshkian hat in einer scharf formulierten Rede die Politik der USA und Israels angegriffen und die militärischen Handlungen seines Landes als Selbstverteidigung dargestellt. Zugleich signalisierte er Gesprächsbereitschaft: Iran sei zu Dialog und Verhandlungen bereit – allerdings nicht unter militärischem oder wirtschaftlichem Zwang.

Pezeshkian stellte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt seiner Rede: „Sind wir die Terroristen?“ Nach seiner Darstellung sei Iran selbst Ziel von Angriffen geworden und habe darauf lediglich reagiert.

Der iranische Präsident warf den USA und Israel vor, zivile und staatliche Infrastruktur, darunter Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, angegriffen zu haben. Das iranische Volk habe sich trotz der militärischen und technologischen Überlegenheit seiner Gegner nicht gebeugt.

„Iran muss stark sein“

Pezeshkian leitete daraus eine klare sicherheitspolitische Botschaft ab. Iran müsse militärisch stark genug sein, um Angriffe auf sein Territorium abschrecken und beantworten zu können.

Dabei erklärte er, Iran strebe keine Vorherrschaft über seine Nachbarn an. Teheran wolle vielmehr seine eigene Sicherheit gewährleisten und sehe die Nachbarstaaten nicht grundsätzlich als Gegner.

Besonders deutlich wurde Pezeshkian beim iranischen Atomprogramm. Iran wolle keine Atombombe, werde aber nach seinen Worten niemals auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Nukleartechnologie verzichten.

Er warf der internationalen Gemeinschaft dabei Doppelstandards vor und verwies auf Israels nicht offiziell bestätigtes, aber weithin angenommenes Atomwaffenarsenal.

Seine Botschaft: Während Iran internationalen Kontrollen und Sanktionen unterliege, werde Israel nicht nach denselben Maßstäben behandelt.

Gaza und Palästina im Mittelpunkt

Einen erheblichen Teil seiner Rede widmete Pezeshkian dem Krieg in Gaza und der Palästinafrage.

Gaza sei eine „Wunde im Gewissen der internationalen Gemeinschaft“. Frieden im Nahen Osten könne es seiner Auffassung nach nicht geben, solange die Palästinafrage ungelöst bleibe.

Pezeshkian argumentierte, Vertreibung, Besatzung und militärische Gewalt erzeugten zwangsläufig Widerstand. Zugleich kritisierte er die Bezeichnung bewaffneten Widerstands als Terrorismus und stellte die Frage, welche Möglichkeiten Menschen hätten, wenn sie aus ihren Häusern und von ihrem Land vertrieben würden.

Warnung vor größerem regionalen Krieg

Auch die Straße von Hormus und die Sicherheit der internationalen Seewege spielten in seiner Rede eine zentrale Rolle.

Pezeshkian warnte davor, dass sich ein Krieg in der Region nicht dauerhaft auf einzelne Staaten begrenzen lasse. Sicherheit auf See könne nicht gewährleistet werden, während gleichzeitig an den Küsten Krieg und Chaos herrschten.

Regionale Konflikte müssten nach seiner Auffassung in erster Linie von den Staaten der Region gelöst werden. Beziehungen zu Großmächten dürften nicht dazu benutzt werden, Nachbarländer militärisch zu bedrohen.

Pezeshkian an Trump: „Wir werden niemals auf die Knie gehen“

Zum Ende seiner Rede richtete sich der iranische Präsident unmittelbar an US-Präsident Donald Trump und andere Gegner Irans.

Seine Botschaft war unmissverständlich: Sanktionen und militärischer Druck würden Iran nicht zur Kapitulation bringen.

„Wir werden niemals unseren Kopf beugen. Wir werden niemals auf die Knie gehen“, erklärte Pezeshkian.

Gleichzeitig ließ er die Tür für Diplomatie ausdrücklich offen.

Iran sei zu Gesprächen und Verhandlungen bereit. Diese könnten jedoch nicht funktionieren, wenn gleichzeitig militärischer Druck, Drohungen und wirtschaftlicher Zwang eingesetzt würden.

Damit verband Pezeshkian in seiner Rede zwei Botschaften: Iran will gegenüber den USA und Israel militärische Entschlossenheit demonstrieren, gleichzeitig aber die Möglichkeit einer politischen Lösung offenhalten.

Die Rede zeigt damit auch, wie tief das gegenseitige Misstrauen inzwischen ist: Während Teheran seine militärischen Handlungen als Selbstverteidigung beschreibt und Washington sowie Israel Doppelstandards vorwirft, begründen die USA und Israel ihr Vorgehen insbesondere mit Sicherheitsbedrohungen durch Iran und dessen Nuklear- und Regionalpolitik.

Pezeshkians Schlussbotschaft lautete dagegen: Sicherheit könne im Nahen Osten nicht dauerhaft durch militärische Überlegenheit eines einzelnen Staates entstehen.

„Entweder bauen wir gemeinsam Sicherheit auf – oder wir werden gemeinsam in Unsicherheit leben.“

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